Du sitzt in einem Gespräch, vielleicht auf einer Netzwerkveranstaltung, vielleicht bei einem ersten Kennenlernen mit einem möglichen Kunden.
Die Frage kommt, freundlich und direkt:
„Und was macht ihr genau?“
Dann folgt oft ein Moment, den viele Unternehmen gut kennen.
Man holt Luft, beginnt zu erklären, spricht über Prozesse, Methoden, Leistungen, vielleicht auch über Werte, Workshops, Strategien, Konzepte oder Systeme und merkt nach ein paar Sätzen: Das Gegenüber nickt höflich, aber so ganz klar ist es noch nicht.
Nicht, weil Deine Arbeit nicht gut ist.
Nicht, weil Dein Angebot nicht wertvoll ist.
Es ist, weil zwischen dem, was Du sagen willst, und dem, was beim anderen ankommt, manchmal eine kleine, aber entscheidende Lücke liegt.
Und genau diese Lücke kostet oft Vertrauen, Zeit und im Zweifel auch Anfragen.
Die eigene Sprache klingt für uns logisch aber für andere meist nicht.
Wer tief im eigenen Unternehmen steckt, kennt die Abläufe, die Denkweise, die Angebote und die Besonderheiten meist in- und auswendig. Du hast Scheuklappen. Für Dich ist völlig klar, was Du meinst, wenn Du von Prozessbegleitung, strategischer Markenführung, ganzheitlicher Beratung oder nachhaltiger Positionierung sprichst.
Doch der Mensch auf der anderen Seite steht nicht auf Deiner Brücke und deine Erfolgslandkarte.
Er schaut von außen auf Dein Schiff.
Er kennt Deine internen Abkürzungen nicht.
Er versteht Deine gedanklichen Zwischenschritte nicht automatisch.
Und er weiß auch nicht, welche Erfahrungen, Enttäuschungen oder Erwartungen er an Dich mitbringt, wenn er Dich gerade zum ersten Mal erlebt.
Viele Unternehmen sprechen deshalb nicht falsch.
Sie sprechen nur zu sehr aus ihrer eigenen Welt heraus.
Mach den Test: Sprichst Du kundisch oder sprichst Du fachchinesisch?
Eine ehrliche Frage, die sich fast jedes Unternehmen stellen sollte, lautet:
Würde ein potenzieller Kunde auf Anhieb verstehen, was wir tun, für wen wir das tun und warum das für ihn relevant ist?
Oder anders gefragt:
Sprichst Du so, wie Deine Kunden denken?
Oder sprichst Du so, wie Deine Branche intern über sich selbst spricht?
Da liegt oft ein feiner, aber entscheidender Unterschied.
Denn Marketingsprech klingt im eigenen Kopf manchmal klug, modern und professionell.
Für Außenstehende wirkt er jedoch schnell weich, unklar oder austauschbar.
Dann heißt es:
- wir entwickeln individuelle Lösungen
- wir denken ganzheitlich
- wir optimieren Prozesse
- wir schaffen Sichtbarkeit
- wir begleiten Transformation
Das mag alles stimmen.
Aber was genau heißt das für den Menschen, der da gerade zuhört?
Was wird einfacher?
Was wird klarer?
Was wird besser?
Was fällt weg?
Was gewinnt er dadurch?
Erst an diesem Punkt beginnt Verständlichkeit.
Kunden hören nicht nur Worte. Sie gleichen mit ihrer eigenen Landkarte ab.
Jeder Mensch hört mit seiner eigenen inneren Landkarte.
Mit seinen Erfahrungen.
Mit seinen Erwartungen.
Mit seinen Sorgen.
Mit dem, was er bereits kennt und mit dem, was er eben nicht kennt.
Wenn Du sagst:
„Wir optimieren Deine Prozesse“,
dann denkt der eine vielleicht an Zeitersparnis, der andere an Digitalisierung, der nächste an Kontrolle und wieder ein anderer an Chaos, das endlich sortiert werden soll.
Wenn Du sagst:
„Wir helfen bei Deiner Positionierung“,
dann versteht der eine Strategie, der andere Social Media und der nächste vielleicht nur ein schickes neues Erscheinungsbild.
Genau deshalb reicht es nicht, aus Unternehmenssicht sauber zu formulieren.
Du musst auch klären, welches Bild beim Gegenüber entsteht.
Denn Menschen kaufen nicht das, was Du meinst.
Sie reagieren auf das, was sie verstanden haben.
Klarheit entsteht dort, wo Erwartungen geklärt werden
Ein gutes Angebot braucht deshalb mehr als nur Fachlichkeit.
Es braucht Übersetzung.
Nicht ins Klein-Klein aufgedröselt.
Nicht ins Banale gezogen.
Aber in eine Sprache, die andockt an deine Adressaten.
Eine Sprache, die sagt:
- Hier bist Du richtig.
- Ich verstehe Dein Problem.
- Ich kann Dir erklären, wie wir arbeiten.
- Und Du musst kein Brancheninsider sein, um uns zu verstehen.
Manchmal ist das der entscheidende Unterschied zwischen einer Marke, die zwar da ist, aber nicht wirklich greifbar wird und einem Unternehmen, bei dem Menschen sofort spüren:
Ja, jetzt verstehe ich, worum es geht.
Kundisch sprechen heißt nicht, sich klein zu machen
Viele haben Sorge, dass verständliche Sprache unprofessionell wirken könnte.
Doch das Gegenteil ist der Fall.
Wirklich gute Kommunikation erkennt man selten daran, dass sie besonders kompliziert ist.
Sondern daran, dass sie auf den Punkt kommt.
Kundisch sprechen heißt nicht, Deine Leistung zu vereinfachen, bis sie beliebig wird.
Es heißt, sie so zu übersetzen, dass der richtige Mensch ihren Wert erkennt.
Nicht aus Deiner Blase heraus.
Sondern aus seiner Perspektive.
Und genau da beginnt oft echte Positionierung:
Nicht bei der Frage, was Du alles sagen könntest.
Sondern bei der Frage, was Dein Gegenüber wirklich verstehen muss, um Vertrauen zu fassen.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment für diesen Test
Wenn Du magst, schau einmal mit ehrlichem Blick auf Deine Website, Deine Social-Media-Texte oder auf die Art, wie Du Dein Unternehmen in Gesprächen vorstellst.
Wird auf Anhieb klar,
was Du machst,
für wen Du da bist
welchen Nutzen du bringst
und warum genau das relevant ist?
Oder klingt vieles noch nach interner Logik, während Deine Kunden eigentlich eine klarere Sprache brauchen?
Wenn Du das Gefühl hast, dass in Deiner Kommunikation noch mehr Klarheit möglich ist, dann lass uns gern ins Gespräch kommen.
Schreib uns eine Direktnachricht oder lass einfach ein Like da, wenn Du Dich in dem Thema wiedererkennst.
LG Doris



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